Der Burnout – Phänomen einer kranken Leistungsgesellschaft (2022)

Der Burnout: Abgrenzung, Risikofaktoren, Hauptmerkmale und Anzeichen

Berufliches „Ausgebranntsein“ (Burnout) hat in den letzten Jahren zunehmend an öffentlichem, medialem und betrieblichem Interesse gewonnen.

Der Burnout – Phänomen einer kranken Leistungsgesellschaft (1)

Die inflationäre Verbreitung des Begriffs hat dabei mutmaßlicherweise auch mit einem geringeren Stigmatisierungsgrad (im Gegensatz zu Depression und/oder Angststörungen) zu tun, denn einen Burnout „hat man sich ja erarbeitet“. Burnout stellt sich als gesellschaftliches Phänomen der Leistungsgesellschaft dar. Eine einheitliche Diagnose lässt sich nicht finden, jedoch eine Reihe von Symptomen.

Allgemein gesprochen handelt sich um einen Erschöpfungszustand auf physischer, psychischer, geistiger und sozialer Ebene. Stürzt man sich in einer anfängliche Phase in eine oftmals idealisierte Höchstleistung mit hohem Anspruch an sich und die Aufgabe so besteht die Gefahr eines Burnouts. Es leidet dann derjenige am meisten, der sich aufreibt und dabei am wenigsten zu sagen hat, da er das Gefühl hat, letztlich nur noch der Getriebene zu sein. Betroffen sind hiervon häufig soziale Berufe und Manager, aber nicht nur: Auch Hausfrauen, Alleinerziehende, pflegende Angehörige, Rentner und Studenten/Schüler sehen sich mit dem Leistungsdruck und der Vielfalt der Aufgaben in der heutigen Gesellschaft oftmals konfrontiert und überfordert. Begünstigende Faktoren für die Entstehung eines Burnouts sind u.a.:

  • Arbeitsüberlastung
  • Zeitdruck
  • Unerreichbare, unrealistische Ziele – von außen vorgegeben, aber auch selbst gestellt
  • Persönliche Neigungen wie Perfektionismus oder übermäßiger Ehrgeiz
  • Kontrollverlust: Mangel an Einfluss auf Arbeitsgestaltung, Aufgaben oder Abläufe
  • Fehlende Wertschätzung, Anerkennung oder Belohnung
  • Mangel an Gemeinschaft, Zusammenhalt, Fairness
  • Es müssen Aufgaben erledigt werden, die nicht dem eigenen Wertesystem oder Weltbild entsprechen und die innerlich abgelehnt werden (Wertekonflikte)
  • Unscharfe Grenze zwischen Beruf/Arbeitswelt und Privatleben z.B. durch ständige Erreichbarkeit über Mobiltelefon oder Internet /E-Mail

Obwohl sich individuelle Risikofaktoren für Burnout finden lassen, zeigt die Mehrheit der Studien, dass Burnout vor allem berufsbedingte Auslöser hat, wobei persönliche und situative (berufsbedingte) Faktoren zusammenwirken. Nach der Stressstudie 2016 der Techniker Krankenkasse (TK) sind wesentliche Auslöser berufliche Stressoren (zu viel Arbeit, Termindruck; vor allem bei Männern) und hohe Anforderungen an sich selbst (insbesondere bei Frauen). Die Hälfte aller Befragten über 40-Jährigen fühlt sich abgearbeitet und verbraucht. Chronische Krankheiten nehmen rasant zu; darunter nimmt „Erschöpfung/Ausgebranntsein“ seit dem Jahr 2011 mit 31% mittlerweile bereits Platz 2 ein. Die Abgrenzung des Burnout-Syndroms von psychischen Krankheiten ist schwierig und fließend, insbesondere die Abgrenzung hin zu Depression und Anpassungsstörungen. Im medizinischen Klassifizierungsstandard ICD-10 fällt Burnout in Z 73 „Probleme, verbunden mit Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung”; d.h. der Burnout wird bislang nicht als psychische Störung wie z.B. Depression (F 32) oder Anpassungsstörung (F 43) eingestuft, obwohl ein unbehandelter Burnout häufig in einem der beiden endet.

Es existieren keine verbindlichen Diagnosekriterien. Aus einer Vielzahl psychischer Symptome gelten 4 Hauptmerkmale des Burnouts als typisch:

  • Erschöpfung: Gefühl, körperlich und emotional langanhaltend entkräftet, ermüdet und ausgelaugt zu sein infolge hoher Arbeitsbelastung (Kardinalsymptom)
  • Zynismus: distanzierte, gleichgültige Einstellung gegenüber der beruflichen Tätigkeit verbunden mit Leistungsminderung bei vorhergehendem sehr großem Engagement und Einsatz
  • Ineffektivität: Gefühl beruflichen und privaten Versagens sowie Verlust des Vertrauens in die eigenen Fähigkeiten verbunden mit psychischer Veränderung
  • Ohnmacht: Gefühl von Hilflosigkeit und Kontrollverlust - man reagiert nur noch

Oftmals kommt ein Burnout schleichend, die Gefahr wird oft verkannt und erste Anzeichen werden übersehen. Aufgrund der zunehmend anspruchsvollen Aufgaben bleiben solche Anzeichen in der heutigen Arbeitswelt allerdings kaum längere Zeit verborgen. Typische Anzeichen sind:

(Video) Müdigkeitsgesellschaft, The Burnout Society: Byung-Chul Han in Seoul/Berlin (2015) English Subtitles

  • Arbeit als Lebensinhalt
  • Ignorieren von Stress & Dauerbelastung
  • Verlust der Fähigkeit zu entspannen
  • eigene Grenzen werden übersehen
  • Hobbys werden aufgegeben
  • private Kontakte werden gemieden oder als belastend empfunden
  • Schlafstörungen, andauernde Müdigkeit, Antriebslosigkeit
  • Vernachlässigung eigener Bedürfnisse
  • Konzentrationsschwäche, Gedankenkreisen, Selbstzweifel, Reizbarkeit
  • Gefühl, mit immer weniger körperlichen und emotionalen Ressourcen immer mehr Aufgaben erledigen zu müssen
  • Gefühl der inneren Leere

Burnout-Phasenmodelle

Oft entwickelt sich ein Burnout über Monate bis Jahre; hierbei auftretende Schmerzen (Kopf- und Rückenschmerzen, Herzbeschwerden, Magen-Darm-Probleme) bleiben häufig ohne schulmedizinischen Befund („somatoform“). Im Verlauf lassen sich jedoch Phasen (oder Stadien) abgrenzen, die unterschiedliche Möglichkeiten zur Hilfe bieten. Die Dauer aus einem Burnout hinaus ist dabei mindestens so lange wie in einen Burnout hinein. Häufig finden sich zwischen den einzelnen Verlaufsphasen fließende Übergänge, die Phasen können unterschiedlich lange andauern oder es können einzelne Phasen übersprungen werden. In der Burnout-Forschung kursieren diverse Phasenmodelle, die den Verlauf, den die Entwicklung eines Burnout-Syndroms nimmt, unterteilen. Hiervon werden nachfolgend zwei weit verbreitete Modelle Phasenmodelle und die darin vorherrschenden Burnout-Anzeichen vorgestellt:

2.1. Edelwich & Brodsky (1980): 5 Stages of Disillusionment

Stadium 1: idealistische Begeisterung

  • Vermehrtes Engagement für bestimmte Ziele
  • Nahezu pausenloses Arbeiten mit Verzicht auf Erholungs- oder Entspannungsphasen sowie dem Gefühl der Unentbehrlichkeit bzw. Unersetzbarkeit. Gleichzeitig werden häufig Arbeitskollegen oder Teammitglieder als ungenügend qualifiziert abgewertet.
  • Der Beruf wird zum hauptsächlichen Lebensinhalt
  • Hyperaktivität (Unfähigkeit, ruhig zu sitzen, zu entspannen oder zu genießen)
  • Das Nichtbeachten eigener Bedürfnisse Vorgesetzte, Mitarbeiter, Kollegen und Familienangehörige sollten bezüglich dieser Warnsymptome wachsam sein und diese ansprechen.

Stadium 2: Stillstand

  • Desorganisation: Der Überblick geht verloren und Unsicherheit
  • Probleme bei komplexeren Aufgaben und Entscheidungen
  • Reduzierte geistige Leistungsfähigkeit, erhöhte Vergesslichkeit, verringerte Kon-zentrationsfähigkeit und Ausdauer
  • Verminderte Motivation und Kreativität
  • Arbeit wird auf „Dienst nach Vorschrift“ reduziert
  • Alles oder vieles wird als Druck erlebt
  • Beeinträchtigtes Privatleben: die Betroffenen ziehen sich zurück, sind desinteres-siert und erschöpft, pflegen kaum mehr Freundschaften, Kontakte oder bislang geliebte Hobbys, vernachlässigen den Partner und die Familie
  • Gereiztheit, oft rasches Aufbrausen, Aggressivität

Stadium 3: Frustration

  • Generell Verflachung des emotionalen, geistigen und sozialen Lebens – dennoch dreht sich das Denken vor allem um die berufliche Tätigkeit
  • Desinteresse, Gleichgültigkeit ggü. Mitmenschen, Einsamkeit, Abstumpfung
  • Konzentration auf die eigene Person
  • Meiden sozialer Kontakte, gleichzeitig oft Konzentration auf eine Bezugsperson
  • Pessimismus
  • Ferien und Urlaub werden nicht mehr als erholsam erlebt, häufig sogar als zusätzliche Belastung und Stress
  • Verstärkter Alkohol-, Nikotin- oder Medikamentengebrauch

Stadium 4: Apathie

  • Schwächung des Immunsystems
  • Gehäufte Infektionskrankheiten
  • Muskuläre Verspannungen, Rücken-, Glieder- und Nackenschmerzen
  • Kopfschmerzen, Migräne, Tinnitus, Schwindel, Schlafstörungen
  • Kreislaufprobleme
  • Verdauungs-, Magen-Darm-Beschwerden, Sodbrennen
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck, Herzstolpern, Herzrasen
  • Eventuell gesteigerter Alkoholkonsum oder Drogenkonsum, z.B. Kokain

Stadium 5: Verzweiflung und Intervention

(Video) [Martin] Prof. Dr. med. Torsten Passie: Depression, Burnout, Leistungsdruck: Sind intensivere Gefühl

  • Gefühl der existenziellen Verzweiflung und Sinnlosigkeit
  • Hoffnungs- und Perspektivlosigkeit
  • Verlust der Freudfähigkeit
  • Lebensüberdruss
  • Suizidgedanken und -handlungen

2.2. Freudenberger & North (1992): Das 12-Stufen-Modell (auch bekannt als „Burnout Uhr/Rad“)

Phase 1 Drang nach Anerkennung und übertriebener Ehrgeiz

  • der Betroffene erfüllt seine Aufgaben mit großer Begeisterung.
  • überfordert er sich oftmals dabei und setzt sich zu hohe Ziele.

Phase 2 übertriebene Leistungsbereitschaft

  • um den eigenen Ansprüchen zu genügen, wird noch mehr Energie aufgebracht und alles dafür getan, den Ansprüchen doch noch gerecht zu werden.
  • Das Gefühl, unersetzbar zu sein, steigt.
  • Deshalb werden kaum Aufgaben abgegeben und Arbeitsentlastung findet kaum statt.

Phase 3 ausblenden der eigenen Bedürfnisse

  • Das Verlangen nach Ruhe, Schlaf und Regeneration tritt immer weiter in den Hintergrund.
  • Häufig nimmt der Konsum von Alkohol, Nikotin und Kaffee zu.

Phase 4 Ausbildung von Warnsignalen und Überforderung

  • um weiterhin leistungsstark zu funktionieren, blendet der Betroffene Warnsignale und Anzeichen des eigenen Körpers aus.
  • Unzuverlässigkeit und Fehler häufen sich im Arbeitsalltag

Phase 5 verzerrte Wahrnehmung der Realität

  • alte Grundsätze verlieren an Wert, Freundschaften und berufliche Kontakte, die vorher Entlastung und Unterstützung waren, werden nunmehr als Belastung empfunden.
  • Die Wahrnehmung wird reduziert auf ein Minimum.
  • Probleme in der eigenen Beziehung treten auf

Phase 6 Ausblenden von ersten Beschwerden

(Video) 10 typische Anzeichen für Burnout (Überforderung & Erschöpfung richtig deuten!)

  • Probleme häufen sich im Leben des Betroffenen
  • auch körperliche Beschwerden wie Müdigkeit, Kopfschmerzen und Angst setzen ein.
  • Diese Probleme werden ignoriert und Ihnen wird kaum Beachtung geschenkt

Phase 7 Rückzug

  • Hoffnungslosigkeit breitet sich aus und verdrängt positive Gefühle.
  • Alkohol und Medikamente dienen häufig zur Ablenkung.
  • Das soziale Umfeld und als Bedrohung angesehen und als überfordert empfunden

Phase 8 Beratungsresistenz baut sich auf

  • Unflexibilität im Denken
  • schränkt sich immer mehr ein, was sein eigenes Verhalten anbelangt.
  • Kritik wird zurückgewiesen und als Angriff auf die eigene Persönlichkeit empfunden.
  • Der Betroffene zieht sich immer weiter zurück

Phase 9Entfremdung

  • der Betroffene fühlt sich selbst gegenüber fremd.
  • Es kommt ihm vor als würde er nur noch automatisch wie ein Roboter funktionieren ohne freien Willen

Phase 10 innere Leere

  • mutlos und erschöpft bezwingt der Betroffene seinen Alltag
  • Angst und Panikattacken verfolgen ihn.
  • Mitunter versucht er, seine Probleme mit Kauftouren und Fressorgien zu bewältigen.

Phase 11 Depressionen

  • dauerhafte Verzweiflung und Niedergeschlagenheit stellen sich ein.
  • Andere Erkrankungen wie z.B. Magersucht können auftreten

Phase 12 totale Erschöpfung

  • die geistige und körperliche Müdigkeit hemmt und beeinflusst das gesamte Leben
  • das Immunsystem ist geschwächt, die Gefahr von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Magen-Darmleiden steigt.
  • Die Suizidgefahr ist in diesem Stadium deutlich erhöht

Einschränkend muss erwähnt werden, dass solche Phasenbeschreibungen theoretische Modelle des Burnout-Verlaufes darstellen, sie beschreiben aber häufige Schritte bis hin zum Burnout-Syndrom. Phasenmodelle stellen eine anschauliche Möglichkeit dar, um eine Standortbestimmung vorzunehmen und der weiteren Abwärtsspirale vorzubeugen.

(Video) Burnout - Warum unsere Gesellschaft so erschöpft ist

Burnout: Präventive Maßnahmen und Therapie

In den frühen Phasen (sofern sie denn erkannt werden) sowie auch bei der Nachsorge können Psychologische Berater, Heilpraktiker und Coaches eine Hilfestellung geben. Insbesondere die letzten drei Phasen bilden den kritischen Bereich eines Burnouts; hier ist eine ärztliche Unterstützung angezeigt, in Richtung einer auftretenden Depression auch mit Medikamenten, um der Suizidgefahr zu begegnen. Damit es gar nicht so weit kommt, sollte frühzeitig ein Coaching erfolgen, wenn erste Anzeichen offenbar werden, um im Anfangsstadium eines Burnouts gegenzusteuern:

  • eigene Motivationsgründe und Erwartungen überprüfen
  • Ermittlung der individuellen Stressbelastung und der Risikodisposition, einen Burnout zu erleiden
  • Strategien gegen stressige oder überfordernde Situationen entwickeln
  • Kleine Veränderungen im Alltag vornehmen
  • häufige Pausen, um aufgestaute Spannungen abzubauen
  • regelmäßige Schlafenszeiten, ausgewogene Ernährung und ausreichend Bewegung
  • Freiräume in den Terminkalender einplanen, um sich mit Freunden zu treffen oder zwischendurch mit Spaziergängen im Grünen abzulenken.
  • Stressreduzierende und Entspannungsmaßnahmen wie z.B. Yoga oder Progressive Muskelentspannung (PMR) erlernen und regelmäßig anwenden

Solche Maßnahmen bieten sich auch in der Nachsorge nach einem ernsthaften Burnout an, um dauerhaft Probleme zu lösen. Die Standard-Therapie für das Burnout-Syndrom gibt es letztlich nicht, da die Behandlung individuell auf den Betroffenen und seine Lebenssituation abgestimmt werden muss. Mit einem Burnout ist nicht zu spaßen; er kann sich zu einem ernsten Krankheitsbild entwickeln und weitreichende Auswirkungen für die Betroffenen und ihr Umfeld haben.

Daher sollte bei den ersten Anzeichen frühzeitig gehandelt werden, um dem Burnout bereits im Anfangsstadium zu begegnen. Der frühzeitigen Diagnostik von Burnout-Gefährdung im Rahmen der Gesundheitsvorsorge kommt somit eine elementare Bedeutung zu: aufgrund der Dauer der Entwicklung eines Burnouts und der langen Rekonvaleszenzzeit sind nicht nur die Folgen von späten Diagnosen für die Betroffenen existentiell, sondern auch wirtschaftlich für die Unternehmen und den Sozialstaat ein immenser Kostenfaktor. Umso wichtiger ist es, Führungskräfte und Personalabteilungen für das Burnout-Thema zu sensibilisieren und mit professioneller Unterstützung konkrete Hilfestellungen abzuleiten.

Autor: Martin Heuser
Thema: Der Burnout – Phänomen einer kranken Leistungsgesellschaft
Webseite: https://www.martin-heuser.de

Autorenprofil Martin Heuser:

Der Burnout – Phänomen einer kranken Leistungsgesellschaft (2)

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(Video) Burnout als Chance - Dokumentation von NZZ Format (2005)

FAQs

Wie lange braucht man um sich von einem Burnout zu erholen? ›

Manche Therapeuten geben die Faustregel aus, dass es ungefähr so lange dauert, sich von einem Burn-out zu erholen, wie es dauerte, bis man in die Krise kam. Oftmals sind das mehrere Monate, nicht selten auch ein oder zwei Jahre.

Wie äußert sich emotionale Erschöpfung? ›

Typische Symptome sind Beschwerden des Bewegungsapparats wie Schulter-, Rücken- und Nackenverspannungen. Aber auch Kopfschmerzen, eine erhöhte Infektanfälligkeit, Verdauungsprobleme sowie chronische Müdigkeit, Schlafstörungen und Konzentrationsprobleme gehen mit Erschöpfung einher.

Was macht der Arzt bei Burnout? ›

Zunächst wird sich ein Erkrankter in der Regel an den Hausarzt wenden, der ihn meist für ein paar Tage krankschreibt. Damit ist es bei Burnout aber in der Regel nicht getan. Brauchen Betroffene eine längere Krankschreibung, überweist der Hausarzt sie meistens an einen Psychiater.

Ist Burnout als Krankheit anerkannt? ›

Nun ist es offiziell: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Burn-out als Krankheit anerkannt. Im Januar 2022 tritt der neue Katalog der Internationalen Klassifikation der Krankheiten (ICD) der WHO in Kraft. Er wurde das erste Mal seit fast 30 Jahren neu gefasst.

Wie kann man sich von einem Burnout erholen? ›

„Eine Schutzvorkehrung gegen Burnout besteht darin, das Bewusstsein auf das zu konzentrieren, was man augenblicklich fühlt. Der einfache Akt des Wahrnehmens und Bewusstmachens eines bestimmten Gedankens oder Gefühls kann als wirkungsvoller Schutz gegen den sich anhäufenden Effekt von Burnout dienen“, sagt O'Neill.

Kann man von Burnout geheilt werden? ›

Burnout verkürzt unbehandelt die Lebenserwartung . Wichtig ist daher die individuelle, nachhaltige und wissenschaftlich fundierte Therapie und Be- gleitung . Burnout ist heilbar – es ist kein Versagen, keine Willensschwäche!

Was heißt emotional erschöpft? ›

Emotionale Erschöpfung ist ein Merkmal von Burnout (Maslach et al., 2001) und meint einen Mangel an Energie sowie emotionale Ressourcen (Gumz et al., 2013).

Was tun wenn man emotional erschöpft ist? ›

Diese Tipps können Ihnen helfen, sich wieder fitter zu fühlen.
  1. Viel bewegen. Machen Sie Sport, um Ihren Kreislauf in Schwung zu bringen. ...
  2. Frische Luft tanken. Atmen Sie durch. ...
  3. Gesund essen. ...
  4. Ausreichend trinken. ...
  5. Genug schlafen. ...
  6. Pausen einlegen. ...
  7. Nette Leute treffen.
Jul 1, 2022

Was ist psychische Erschöpfung? ›

Bei der psychischen Erschöpfung handelt es sich um einen Zustand, wie er sich nach sehr lang andauernder starker psychischer Belastung darstellt bzw. entwickelt hat. Dabei tritt zuerst ein psychischer Reizzustand auf, der in einen psychischen Erschöpfungszustand übergeht.

Wie lange kann man mit Burnout krank geschrieben werden? ›

Weiterhin musst du keine Angst haben wegen eines Burnouts deinen Job zu verlieren. Arbeitnehmer dürfen bis zu sechs Wochen im Jahr krank sein, ohne dass eine Kündigung droht. Gemäß dem deutschen Arbeitsrecht sind Langzeiterkrankte für anderthalb Jahre über die Lohnfortzahlung und Krankengeld versorgt.

Kann der Hausarzt Burnout feststellen? ›

Um Burnout zu diagnostizieren, führt die Ärztin/der Arzt ein Anamnesegespräch, klärt körperliche sowie psychische Symptome ab und schließt mögliche andere Ursachen für die Beschwerden aus. Dafür können verschiedene Untersuchungen notwendig sein.

Kann der Hausarzt wegen Burnout krank schreiben? ›

Für eine Krankschreibung bei Burnout ist der Hausarzt der erste Ansprechpartner. Die typischen Anzeichen sind jeglichen Formen von Erschöpfungszuständen, Depressionen und einer Sinneskrise.

Ist Burnout eine eigenständige Erkrankung gem ICD 10? ›

In der ICD-10-GM findet man das Burn-out-Syndrom als Inklusivum unter Z73 Probleme mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung. Fälle von Burn-out-Syndrom werden somit mit Z73 – als spezifischster Kode für diese Erkrankungen – verschlüsselt.

Wann ist eine Krankheit anerkannt? ›

Wann kann eine Berufskrankheit anerkannt werden? Eine Berufskrankheit wird anerkannt, wenn sie durch die gesundheitsschädlichen Einwirkungen am Arbeitsplatz verursacht worden ist. Dies haben die Unfallversicherungsträger zu prüfen.

Warum ist Burnout keine Krankheit? ›

Laut Weltgesundheitsorganisation ist das Burnout-Syndrom keine Krankheit. Der Psychotherapeut Mathias Berger spricht von einer ernst zu nehmenden „Befindlichkeitsstörung“ durch hohe Arbeitsbelastung – und appelliert an die Verantwortung der Arbeitgeber.

Was passiert wenn ein Burnout nicht behandelt wird? ›

Denn obwohl es sich derzeit nicht um eine eigenständige Erkrankung im klassischen Sinne handelt, birgt ein unbehandeltes Burnout-Syndrom ein hohes Risiko für psychische und somatische Folgeerkrankungen wie Depressionen, Angsterkrankungen, Medikamentenabhängigkeit, Tinnitus, Diabetes und Bluthochdruck.

Kann ein Burnout wieder kommen? ›

Frage: Kann Burn-out immer wieder kommen? Oft steckt hinter einem Burn-out eine depressive Erkrankung - und die kann wiederkommen.

Welche körperlichen Symptome bei Burnout? ›

Oft sind unklare körperliche Beschwerden wie verstärktes Schwitzen, Schwindel, Kopfschmerzen, Magen-Darm-Probleme und Muskelschmerzen vorhanden . Sehr häufig sind Schlafprobleme . Das Burnoutsyndrom kann sich bis zu einer schwergradigen Depression entwickeln .

Kann ein Burnout wieder kommen? ›

Frage: Kann Burn-out immer wieder kommen? Oft steckt hinter einem Burn-out eine depressive Erkrankung - und die kann wiederkommen.

Was passiert wenn man ein Burnout ignoriert? ›

Denn obwohl es sich derzeit nicht um eine eigenständige Erkrankung im klassischen Sinne handelt, birgt ein unbehandeltes Burnout-Syndrom ein hohes Risiko für psychische und somatische Folgeerkrankungen wie Depressionen, Angsterkrankungen, Medikamentenabhängigkeit, Tinnitus, Diabetes und Bluthochdruck.

Wie fühlt man sich mit Burnout? ›

Erschöpfung: Betroffene fühlen sich überfordert, ausgelaugt und antriebslos, sind oft müde und niedergeschlagen. Viele haben zudem körperliche Beschwerden, zum Beispiel unspezifische Schmerzen, Magen-Darm-Probleme oder Schlafstörungen.

Welche körperlichen Symptome bei Burnout? ›

Oft sind unklare körperliche Beschwerden wie verstärktes Schwitzen, Schwindel, Kopfschmerzen, Magen-Darm-Probleme und Muskelschmerzen vorhanden . Sehr häufig sind Schlafprobleme . Das Burnoutsyndrom kann sich bis zu einer schwergradigen Depression entwickeln .

Videos

1. Das Helfersyndrom - Wenn das Helfen zum Problem wird | CarBas
(CarBas)
2. NZZ-Edition: BURNOUT ALS CHANCE (Vorschau)
(Eduflat - Schulfilme-Lehrfilme-Unterrichtsfilme)
3. NÜRNBERGER Gesundheitstage Burnout
(Vincera-Klinik Bad Waldsee)
4. Burnout – was jetzt wirklich hilft | Auf der Couch mit ... #2 | HelloBetter
(HelloBetter)
5. Burnout vs. Depression (Unterschiede)
(mindyourlife)
6. Dr. Lisa Tomaschek-Habrina: Coaching am Rande von Burnout
(BildungsTV)

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Author: Jamar Nader

Last Updated: 07/24/2022

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Name: Jamar Nader

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